1. Was ist Covid-19? Covid-19 ist eine grippeähnliche Erkrankung mit Corona-Viren. Verwandte Erkrankungen sind SARS und MERS. Es handelt sich um Zoonosen, d.h. Erkrankungen, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Der Ursprung der Erkrankung lieg in China in der Provinz Wuhan und ist hier (wahrscheinlich) auf einem Wochenmarkt ausgebrochen. Durch welches Tier die Übertragung auf den Menschen erfolgte, ist bis jetzt noch nicht sicher geklärt. Diskutiert werden Flughunde.
  2. Wie sind Symptome und wie unterscheiden sie sich von einer Erkältung oder einer richtigen Grippe? Die Symptome von Covid-16 unterscheiden nicht wesentlich von einer normalen Grippe oder einer Erkältung.
    (nach Robert Koch-Institut, wissenschaftlicher Literatur, Expertenaussagen; Angaben bieten ungefähre Größenordnungen)
    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung, von Covid-19 ist durchschnittlich 5-7 Tage. In den allermeisten Fällen erfolgt sie innerhalb der ersten 14 Tage. Im Vergleich zur Grippe scheint Covid-19 ansteckender. Diese Infektiosität wird durch die sog. Basisreproduktionszahl wiedergegeben. Sie besagt, wie viele Personen durch einen infizierte Person durchschnittlich angesteckt werden. Für Covid-19 beträgt die Basisreproduktionszahl 2-3, für Influenza ungefähr 1-1,5.
  3. Wer sollte sich testen lassen und wie wird getestet? Vom Robert-Koch-Institut (RKI) sind aktuell folgen Empfehlung herausgeben worden (Stand 27.03.20), welche Personen sich auf Covid-19 testen lassen sollten:
    • Erkältungssymptome, grippale Infekt, Fieber + Kontakt zu einen Patienten mit nachgewiesener Coronarinfektion
    • Klinische oder radiologische Zeichen einer viralen Pneumonie + Zusammenhang einer Häufung von Pneumonien in einer Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus
    • Klinische oder radiologische Zeichen einer viralen Pneumonie ohne Alternativdiagnose + kein Kontakt zu einen Patienten mit nachgewiesener Coronarinfektion
    • Akute respiratorische Symptome jeder Schwere + kein Kontakt zu einem Patienten mit nachgewiesener Coronarinfektion, aber
      • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus
      • Zugehörigkeit einer Risikogruppe*
      • (Ohne Zugehörigkeit einer Risikogruppe bei ausreichender Testkapazität)

    *Als Risikogruppe gelten Patienten über dem 60.Lj, Raucher, Patienten mit chronischer Herz-, Lungen-, Nieren- oder Lebererkrankung sowie Patienten unter Immunsuppression. In dieser Region liegt die zentrale Abstrichstelle beim Hangar 21 in Detmold. Hier kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt telefonisch ein Termin zum Abstrich gemacht werden.

  4. Wie wird Covid-19 behandelt? Es gibt zum aktuellen Zeitpunkt weder eine kausale Therapie, die direkt gegen das Virus gerichtet, noch eine Impfung, die vor dem Virus präventiv schützt. Die Therapie beschränkt lediglich auf supportive Maßnahmen, die praktisch bei allen Virusinfekten gilt wie körperlicher Schonung, Sportverzicht, Achten auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Inhalationen, Nasenspülungen etc. Bei Zeichen eines schweren Infektes wie einer starken Luftnot, einer deutliche erhöhten Atemfrequenz mit mehr als 30 Atemzügen pro Minute oder hohem Fieber über 39,0°C sollte die Einweisung in ein Krankenhaus erfolgen, so dass eine engmaschige Überwachung des Patienten gewährleistet ist und ggf. bei Verschlechterung der Atmung zeitnah intensivmedizinische Maßnahmen bis hin zur Intubation und maschinellen Beatmung unter Narkose eingeleitet werden können.Um eine Coinfektion, d.h. einer Infektion mit Coronaviren und gleichzeitig mit Pneumokokken, also den bakteriellen Haupterreger der normalen Lungenentzündung, welche gerade bei Patienten mit Risikofaktoren deutlich häufiger zu schweren Verläufen führt, wird die Impfung gegen enben diese Pneumokokken empfohlen. Diese ist eine Kassenleistung (Indikationsimpfung) und wird i.d.R. durch den Hausarzt durchgeführt. Sprechen Sie uns gerne auf die Pneumokokken-Impfung an !!!
  5. Was sollen Maßnahmen wie Ausgangsperre oder Quarantäne bewirken? Ziel dieser drastischen Maßnahmen der Einschränkung der persönlichen Freiheit sind durch Verminderung der zwischenmenschlichen Kontakt die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren, damit die Gefahr schwerer Verläufe gerade bei Patienten mit Risikofaktoren zu minimieren und damit letztendlich die Kapazität an Beatmungsplätzen zu schonen. Sollten es plötzlich zu einer großen an Patienten kommen, die beatmet werden müsste, würde das System überlastet werden. Dieses kann für jeden einzelnen bedeuten, dass er im Falle eine schweren Corona-Infektion mit Luftnot nicht beatmet werden könne.
  6. Was also sind die wichtigsten Maßnahmen, die jeder einzelne für die Gesellschaft tun kann? Diese Maßnahmen sind:
    • Bleiben Sie zu Hause und gehen nur aus wichtigen Gründen wie Lebensmitteleinkauf oder Arztbesuch in die Öffentlichkeit !
    • Rufen Sie den Arzt an, bevor Sie in die Praxis kommen! Viele Dinge kann man auch telefonisch regeln. Diese gilt umso mehr bei Erkältungsbeschwerden!
    • Niesen oder Husten Sie in die Ellenbeuge und nicht in die Hand oder benutzen Sie gleich einen Mundschutz ! Diese gilt mehr dem Schutz der anderen als des eigenen Schutzes.
    • Verzichten Sie auf Händeschütteln !
    • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und cremen Sie sie anschließend gründlich mit einer Fettcreme ein ! Diese gilt dem Schutz vor Austrockenen der Haut und damit dem Schutz der Hautbarriere.
    • Regelmäßiges Lüften
    • Allgemein als Vorbeugung vor Viruserkrankungen gelten regelmäßige sportliche Aktivität an frischer Luft, Wechselduschen und regelmäßiges Saunieren.
    • Verzichten Sie aufs Rauchen bzw. fragen Sie Ihren Arzt bzw. Krankenkasse zu Raucherentwöhnungsprogrammen
    • Sprechen Sie Ihren Hausarzt auf die Pneumokokken-Impfung an

Quellenangabe: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText4